Die Diesel 1 war keine Reminiszenz an einen mittlerweile ins Gerede gekommenen Verbrennungsmotor, sondern das erste wirkliche Medienmagazin des Jugendhaus Leonberg, dessen Name nur auf die Redaktionsadresse in Leonberg verwies. Das Erscheinungsdatum bis Anfang der Nullerjahre lässt darauf schließen, dass es sich dabei um ein Printmedium handeln muss. Eine regelmäßige Erscheinungsweise machte es unter den damaligen Bedingungen für ein ausschließlich ehrenamtlich produziertes Magazin zu einer großen Herausforderung. Dies führte offensichtlich wohl auch zu seinem viel zu frühen Erscheinungsende. Trotzdem war es ein herausragendes Magazin von jungen Leuten für junge Leute in Leonberg mit Informationen rund um den Jugendhausverein, die Musik- und Kulturszene in Leonberg, das Warmbronner Open Air, Infos zu Konzerten und Partys in der Region u.v.m. Ledendär wurde es aber insbesondere durch seine legere und manchmal provozierende Erscheinungsweise und herausfordernde Kommentare zur Lokalpolitik, die die örtliche Prominenz und das Spießbürgertum häufig auf die berühmten Barikaden trieb. Das aber sogar Werbung örtlicher Gewerbetreibender die Erscheinung unterstützte, lässt darauf schließen, dass es doch eine treue Leserschaft gegeben haben muss. Unbestätigte Informationen besagen, dass sich auf der Geschäftsstelle des besagten Jugendhausvereins noch einige wenige Exemplare dieses Magazins vorrätig sein sollen.

Hier im Anschluss noch ein tiefergehender Text zur Diesel 1 aus dem Jahresbericht 2000 des Jugendhaus Leonberg e.V.:

Hintergründe und Geschichtliches zur Diesel 1

Ende der Achtziger brachte das Jugendhaus Leonberg e.V. einen Ratgeber für unternehmungslustige, interessierte und engagierte junge Leute heraus, einen Freizeitplaner gewissermaßen, mit dem naheliegenden Titel „Was Tun!?“. Dass damit ein Stein ins Rollen gebracht werden sollte, konnte damals noch keiner ahnen. Konzeptionell überarbeitet und unter neuem Namen erschien bereits im Januar 1990 die Erstausgabe der Diesel 1. Zum Inhalt zählen seitdem neben dem umfassenden Veranstaltungskalender in erster Linie Berichte aus und über die Treffs des örtlichen Jugendhausvereins und jugend- und lokalpolitische Themen. Auch wenn das Erscheinen der Diesel 1 Ende 1994 wegen fehlender Mittel vorübergehend eingestellt wurde, blieb das Interesse der LeserInnen an dessen Fortbestehen ungebrochen groß, so dass man sich schließlich entschied, das Magazin im Januar 1997 wieder auferstehen zu lassen. Seitdem erscheint die Diesel 1 regelmäßig alle zwei Monate, und selbst einstige Kritiker müssen heute bekennen, dass man den Kinderschuhen längst entwachsen ist. Verantwortlich dafür ist die Arbeit der ca. 30 ehrenamtlichen RedakteurInnen, ohne deren Spaß, Engagement und Idealismus die Diesel 1 sicherlich ein Wunschtraum bliebe. Angefangen bei der äußeren Aufmachung und dem Layout über die Themenvielfalt und die Gründlichkeit in der Recherche bis hin zur Attraktivität für LeserInnen und Anzeigenkunden gleichermaßen – in ausnahmslos allen Bereichen erzielt die Projektgruppe eine stetige Verbesserung und Weiterentwicklung. Um nicht frühzeitig das Ende der Fahnenstange zu erreichen, steckt sich die Diesel 1 ständig neue Ziele, ohne dabei die primäre Maßgabe aus den Augen zu verlieren, nämlich ein unabhängiges, zensurfreies Forum zu sein für aufgeschlossene, neugierige, junge Leute mit journalistischem Interesse, in dem auch Raum zum Experimentieren bleibt. Auf diesem Konzept basiert der Erfolg des Leonberger Magazins Diesel 1, und dank seiner unnachahmlichen Art, wird es auch Zukunft bei seinen LeserInnen hoch im Kurs stehen.